Warum das Lernen so schwer fällt

In der Wissenschaft gibt es bisher keine eindeutigen Erkenntnisse über die Ursachen von Lernstörungen. Die Erklärungen reichen von genetischen über entwicklungspsychologische Ansätze bis hin zu Veränderungen oder Störungen im visuellen und/oder akustischen Wahrnehmungssystem.

Das Lernkonzept ORTHOLOGIX® basiert auf der Annahme, dass Kinder mit Lernstörungen – egal ob es um Legasthenie oder Dyskalkulie geht – eines gemeinsam haben: Sie denken bzw. lernen anders. Um dies zu veranschaulichen, ist ein kleiner Ausflug in unser Gehirn notwendig.

Wissenschaftliche Gehirnforschungen gingen besonders in den 80er Jahren von dualen Konzepten aus und sprachen von zwei Gehirnhälften oder Hemisphären: von der rationalen/analytischen und der intuitiven/kreativen Hemisphäre. Die linke Gehirnhälfte ist – nicht ausschließlich, aber hauptsächlich – für rationales Denken (Logik und Wörter, Grammatik) sowie für analytische und mathematische Prozesse verantwortlich. Das ist heute unbestritten immer noch so, obwohl die Gehirnforschung sehr viel differenzierter betrieben wird.


Man sucht nach den unterschiedlichen Verarbeitungsorten bei Lernprozessen im Gehirn. Diese sind sehr vielschichtig und haben bislang noch zu keiner zusammenfassenden Theorie des Lernens geführt. Darum ist es möglicherweise übersichtlicher, zunächst bei der gröbsten bekannten und gesicherten Einteilung bzw. Arbeitsteilung des Gehirns zu bleiben. Die rechte Gehirnhälfte steuert mehr die Intuition, Kreativität, Symbole und Gefühle und die Sprachmelodie. Diese Gehirnhälfte wird durch Metaphern (die bildliche Übertragung von Inhalten) aktiviert, durch die jedem Menschen eigene, dazu passende Bilder, Symbole, Melodien oder Gerüche entstehen können.

Funktionen der Hirnhälften

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Bildlich gesagt, befinden sich die linke und die rechte Gehirnhälfte ständig im Wettbewerb darüber, welche Hälfte die ankommenden Informationen verarbeiten soll. Für das Lernen ist es am effektivsten, wenn beide Gehirnhälften beteiligt sind. Und genau dies ist bei Kindern mit Lernschwächen häufig nicht der Fall. So fand man bei Untersuchungen in Amerika (vgl. J. Breyer, Univ. Houston, 2000) heraus, dass bei Legasthenikern wesentlich mehr die rechte Gehirnhälfte beim Leseprozess beteiligt ist, als bei nicht legasthenen Kindern.

 

Wie Kinder mit Legasthenie und Dyskalkulie denken

Denken ist, vereinfacht ausgedrückt, Strom, der zwischen den Nervenzellen fließt. Wenn eine Gehirnhälfte stärker vernetzt ist als die andere, baut sich dort auch ein größeres Spannungspotential auf und diese Gehirnhälfte ist sehr viel aktiver an der Verarbeitung von Informationen und somit am Lernprozess beteiligt. Die stärker vernetzte Hirnhälfte stellt sich als Eingangspotential zur Verfügung. Diese Ungleichgewichtigkeit nennt man nennt „Rechts- oder Linkshirndominanz“.

In einer medienbestimmten Umwelt liegt es nahe, dass im Vorschulalter ein Kind durch seine Erfahrungen und die Art und Weise, damit umzugehen, mehr rechtshirmig vernetzt ist. Die linke Hemisphäre wird gekennzeichnet durch Eigenschaften, die sich dem Kind im Laufe der intellektuellen Entwicklung und Reifung erst erschließen wie Logik, Systematik, Analyse. Liegt bei einem Kind eine Rechtshirndominanz vor, beginnt das Problem. Denn die Inhalte der Grundschulpädagogik sind überwiegend für die Verarbeitung in der linken Gehirnhälfte gemacht. Anders ausgedrückt könnte man auch sagen, dass die Lernschwierigkeiten auftreten, weil der Lernstoff im Gehirn des Kindes am falschen Ort ankommt und dort nicht richtig oder seiner Anlage entsprechend verarbeitet und verankert werden kann.

Diese Kinder sind also keineswegs weniger intelligent. Sie müssen die Inhalte nur ihren speziellen Verarbeitungsmöglichkeiten entsprechend angeboten bekommen, damit neue neuronale Verknüpfungen im Gehirn entstehen können. Praktisch betrachtet müssen die Lerninhalte dafür so aufbereitet sein, dass sie erst einmal mit der rechten Gehirnhälfte erfassbar werden, damit dann nach und nach die linke Gehirnhälfte mit einbezogen werden kann und sie letztlich auch mit der linken Gehirnhälfte bearbeitet und gespeichert werden können.

Genau hier setzt ORTHOLOGIX® an. Mit unserem integrativen Lernkonzept orientieren wir uns an den Funktionen der rechten Gehirnhälfte als Eingangspforte für neues Wissen. Die rechte Gehirnhälfte will nichts auswendig lernen, sondern alles verstehen und das System begreifen. Wir helfen den Kindern, neue Inhalte ganzheitlich zu erfassen - ob es dabei um Rechtschreibregeln, Grammatik oder die logisch aufbauenden Zusammenhänge in der Mathematik geht.





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